Mut zum Chaos – Ottilie von Goethe in Weimar

Johann Wolfgang von Goethe und Weimar sind untrennbar miteinander verbunden. In der Stadt fühlte sich aber nicht nur der Dichter zu Hause, seine Schwiegertochter Ottilie von Goethe hatte ebenfalls einen starken Bezug zu Weimar. Ihre eigenwillige Persönlichkeit, ihr Drang nach Freiheit und ihr für die damalige Zeit unkonventionelle Lebensstil sind Themen einer Ausstellung, die ab dem 26. August im Goethe-Schiller-Archiv in Weimar zu sehen ist.

Eine faszinierende Frau

Ottilie Wilhelmine Ernestine Henriette Freiin von Pogwisch kam am 31. Oktober 1796 in Danzig als Tochter eines Offiziers zur Welt. Als ihr Vater seine Güter verlor, trennten sich die Eltern und Ottilie zog mit ihrer Schwester Ulrike und der Mutter 1809 nach Weimar. Die Mutter wurde Hofdame der Großherzogin Luise. Die beiden Töchter wurden privat unterrichtet und lernen Englisch und Französisch. Ottilie war sehr musikalisch und wurde bald zu den kleinen Konzerten im Hause Goethe eingeladen. Ottilie hatte eine anmutige Erscheinung und wird als sehr charmant und klug beschrieben. So dauerte es nicht lange und Goethes Sohn August verliebte sich in sie. Bei einem Spaziergang warb Goethe, stellvertretend für seinen Sohn, um Ottilie. Sie sagte ja und wurde am 17. Juni 1817 mit August vermählt.

Eine unglückliche Ehe

Das junge Paar bewohnte in Goethes Haus den zweiten Stock, aber von der Führung des Haushalts hatte Ottilie keine Ahnung. Ein Jahr nach der Hochzeit kam Sohn Walther zur Welt und die Familie reiste für einige Zeit nach Berlin. Als der Dichterfürst 1823 schwer krank wurde, pflegte ihn Ottilie. Die Vormittage gehören den Studien und die Nachmittage dem Schwiegervater, dem sie vorlas. Nach Goethes Genesung übersetzte sie den „Tasso“ in die englische Sprache und arbeitete als Übersetzerin und Redakteurin des mehrsprachigen Journals „Chaos“. An ihrer Tätigkeit zerbrach schließlich ihre Ehe. Ottilies leidenschaftliche Gefühle gegenüber anderen Männern und Augusts Probleme mit dem Alkohol machten es unmöglich, die Ehe weiterzuführen.

Was zeigt die Ausstellung?

Die Ausstellung in Weimar stellt das intellektuelle Leben der Ottilie von Goethe, was zu ihren Lebzeiten kaum wahrgenommen wurde, in den Mittelpunkt. So spielte sie beispielsweise als Agentin des englisch-deutschen Literaturtransfers eine sehr wichtige Rolle. Sie betreute junge Autorinnen und kümmerte sich um den Erhalt des literarischen Werks ihres Schwiegervaters. Zu sehen sind eine Rekonstruktion ihrer privaten Bibliothek und ihre Kunstsammlung. Die Besucher erleben, wie geistreich, weltoffen, selbstbestimmt und vor allem freiheitsliebend und neugierig Ottilie von Goethe war. Die Frau, die Mut zum Chaos hatte, starb am 26. Oktober 1872 in ihrer Wahlheimat Weimar.

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Redaktion
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